Liebe Leserinnen und Leser!
„Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ So grüßen sich Christen am Ostermorgen auf der ganzen Welt und rufen sich diese wunderbare Botschaft zu.
Als die Frauen in der biblischen Erzählung am Ostermorgen das Grab leer vorfanden, haben sie es sofort den Jüngern erzählt. Die konnten es nicht glauben und hielten es für – so wörtlich – „Geschwätz“. Petrus rannte los und überzeugte sich selbst und wunderte sich.
Am gleichen Tag sind zwei der Nachfolger Jesu unterwegs in das Dorf Emmaus, vertieft in ein Gespräch über das unfassbare Geschehen: Kreuzigung und Tod Jesu – und dann die Geschichte von der Auferstehung, die von den Frauen erzählt worden ist. Als sich ein Unbekannter zu ihnen gesellt und sie nach dem fragt, was sie so sehr beschäftigt, schütten sie ihm ihr Herz aus. Er erklärt ihnen das Geschehen, sie hören ihm zu. Bei ihrer Ankunft am Ziel wird es bereits Abend und sie bitten den Fremden, bei ihnen zu bleiben. Sie essen gemeinsam – und als der Fremde das Brot bricht, fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen und sie erkennen Jesus. Doch dieser verschwindet vor ihren Augen.
„Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?“ Diese Frage stellen sich die beiden Jünger. Da ist etwas passiert in der Begegnung mit Jesus – ihre Herzen, die verstört und ausgebrannt waren, werden plötzlich wieder lebendig. Das Feuer, das erloschen war, ist in der Begegnung mit dem Auferstandenen wieder entfacht worden.
Die Emmaus-Geschichte macht uns Mut, auch unsere Herzen neu entfachen zu lassen durch die Begegnung mit Jesus. Wir dürfen ihm unser Herz ausschütten und von ihm erwarten, dass er uns in seinem Wort begegnet; sei es im Lesen der Bibel oder durch eine Predigt, im Gespräch mit anderen…
Und eine solche Begegnung wird nicht ohne Folgen bleiben. Die beiden Jünger damals sind sofort aufgestanden und nach Jerusalem zurückgeeilt, obwohl es bereits Abend war. Sie mussten das, was sie erlebt hatten, ihren Weggenossen berichten.
Brennen unsere Herzen noch für Jesus? Wenn nicht, dann ist es Zeit, die Glut wieder neu entfachen zu lassen, damit wir wie die Jünger damals die Botschaft von Jesu Auferstehung fröhlich weitertragen können.
Ich wünsche uns ganz neu „brennende Herzen“.
Angelika Mischinger